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ClusterInfo

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Cluster-Kopfschmerz vs. Migräne: So erkennen Sie den Unterschied

Cluster-Kopfschmerz-Attacken sind kürzer, häufiger und schmerzhafter als Migräneattacken. Erfahren Sie die wichtigsten Unterschiede und wie Sie ähnliche Erkrankungen ausschließen.

Geschrieben von Nicolas Macé, PhD

Zuletzt aktualisiert: 28. August 2026

Cluster-Kopfschmerzen und Migräne unterscheiden sich in Dauer und Häufigkeit und haben einen unterschiedlichen Schmerzcharakter:

  • Dauer: Unbehandelt dauern Cluster-Kopfschmerz-Attacken 15 Minuten bis 3 Stunden, Migräneattacken dagegen 4 bis 72 Stunden.
  • Intensität und Schmerzcharakter: Der Schmerz beim Cluster-Kopfschmerz ist stechend und wird oft mit einem glühenden Schürhaken im Auge verglichen. Unbehandelt ist der Schmerz stark bis unerträglich: oft der schlimmste Schmerz, den Sie je erlebt haben. Migräneschmerz ist meist pochend und mäßig bis stark.
  • Häufigkeit: Während einer Cluster-Periode treten die Attacken an den meisten Tagen auf, oft mehrmals täglich. Migräneattacken sind seltener: selten mehr als ein paar Attacken pro Monat.

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Die richtige Diagnose ist wichtig, weil sich die Behandlungen unterscheiden. Viele Migränebehandlungen, darunter Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol), helfen bei Cluster-Kopfschmerzen nicht. Umgekehrt ist hochdosierter Sauerstoff zwar eine Erstlinientherapie bei Cluster-Kopfschmerz-Attacken, aber keine etablierte Behandlung bei Migräne. Lesen Sie unsere Leitfäden, um mehr über die wirksamsten Behandlungen von Cluster-Kopfschmerzen zu erfahren.

Der Rest dieses Leitfadens erklärt, wie sich der Cluster-Kopfschmerz von der Migräne unterscheidet und von anderen Erkrankungen, mit denen er oft verwechselt wird: Spannungskopfschmerzen, Nasen- und Zahnproblemen (wie einer Nasennebenhöhlenentzündung oder Zahnschmerzen), Trigeminusneuralgie und selteneren Erkrankungen, die mit dem Cluster-Kopfschmerz verwechselt werden können.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Cluster-Kopfschmerz und Migräne

Kurz gesagt: Cluster-Kopfschmerz-Attacken sind kürzer (15 Minuten bis 3 Stunden gegenüber 4 bis 72 Stunden), deutlich häufiger (während einer Cluster-Periode bis zu mehrmals täglich gegenüber wenigen pro Monat) und viel intensiver als Migräneattacken. Der Schmerz wird meist als stechend beschrieben ("wie ein glühender Schürhaken im Auge") und nicht als pochend. Die Intensität des Schmerzes macht Sie extrem unruhig, während die Migräne, die sich durch Bewegung verschlimmert, Sie zum Stillhalten zwingt.[1] In einer Screening-Studie wählten 69% der Cluster-Kopfschmerz-Patient:innen genau diese Beschreibung für ihre Attacken, gegenüber 16% der Migräne-Patient:innen.[2]

MerkmalCluster-KopfschmerzMigräne
Dauer (unbehandelt)15 Minuten bis 3 Stunden4 bis 72 Stunden
SchmerzintensitätStark bis unerträglich; oft als "schlimmster je erlebter Schmerz" beschrieben. Kann Suizidgedanken auslösen.Mäßig bis stark.
SchmerzcharakterStechend, oft mit einem glühenden Schürhaken im Auge verglichenMeist pochend
HäufigkeitSehr häufig während einer Cluster-Periode; typischerweise mindestens jeden zweiten Tag, oft mehrmals täglichSeltener: typischerweise eine Attacke pro Monat, sehr selten mehr als 10 pro Monat
Reaktion auf den SchmerzLöst starke Unruhe aus: Sie laufen auf und ab oder schlagen sogar mit dem Kopf gegen Gegenstände.Verschlimmert sich bei körperlicher Aktivität: Sie wollen typischerweise still in einem ruhigen, dunklen Zimmer liegen.
BehandlungenHochdosierter Sauerstoff ist wirksam; herkömmliche Schmerzmittel (Ibuprofen, Paracetamol) und Opioide sind unwirksam.Herkömmliche Schmerzmittel bringen oft (aber nicht immer) Linderung. Keine Belege, dass Sauerstoff hilft.
RegelmäßigkeitSehr regelmäßig: Attacken treten oft zu denselben Tageszeiten auf und kehren in denselben Monaten des Jahres wieder.Keine Regelmäßigkeit.
Autonome Begleitsymptome: auf der schmerzenden Seite ein gerötetes oder tränendes Auge oder eine laufende NaseFast immer.Möglich, aber selten.

Cluster-Perioden sind Zeiträume, in denen die Attacken regelmäßig auftreten. Bei Betroffenen mit chronischem Cluster-Kopfschmerz endet die Cluster-Periode nie.

Links: ein Mann, der während einer Cluster-Kopfschmerz-Attacke auf dem Boden kniet, eine Hand gegen das Auge presst und sich vor Schmerz hin- und herwiegt. Rechts: eine Person mit Migräne, die still auf einem Sofa in einem dunklen Zimmer liegt.

Der intensive Schmerz des Cluster-Kopfschmerzes macht Sie unruhig (linkes Bild), während Bewegung eine Migräne tendenziell verschlimmert, sodass Sie sich still halten wollen (rechtes Bild).

Die wichtigsten Unterschiede zu anderen Erkrankungen

Cluster-Kopfschmerzen lassen sich von ähnlich aussehenden Erkrankungen typischerweise anhand der Dauer und des Vorhandenseins autonomer Begleitsymptome unterscheiden, wie die folgenden Abbildungen zeigen.

Diagramm, das vergleicht, wie lange eine unbehandelte Attacke bei verschiedenen Erkrankungen dauert: Trigeminusneuralgie, Sekunden bis 2 Minuten; SUNCT und SUNA, 1 Sekunde bis 10 Minuten; paroxysmale Hemikranie, 2 bis 30 Minuten; Cluster-Kopfschmerz, hervorgehoben, 15 Minuten bis 3 Stunden; Migräne, 4 bis 72 Stunden; Spannungskopfschmerz, 30 Minuten bis 7 Tage; Hemicrania continua sowie Nebenhöhlen- oder Zahnschmerzen, kontinuierlich mit Schüben.

Cluster-Kopfschmerz-Attacken dauern typischerweise zwischen 15 Minuten und 3 Stunden. Das unterscheidet sie von Migräneattacken und von den weiteren unten beschriebenen Erkrankungen.

Ein Gesicht mit den autonomen Begleitsymptomen einer Cluster-Kopfschmerz-Attacke auf einer Seite: ein gerötetes Auge, ein tränendes Auge und eine laufende oder verstopfte Nase, alle auf der schmerzenden Seite.

Während einer Cluster-Kopfschmerz-Attacke ist auf der schmerzenden Seite fast immer mindestens eines der folgenden Zeichen vorhanden: ein gerötetes oder tränendes Auge oder eine laufende oder verstopfte Nase.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen sind sehr häufig. Viele Menschen, die vermuten, Cluster-Kopfschmerzen zu haben, leiden deshalb in Wirklichkeit an Spannungskopfschmerzen. Der Hauptunterschied ist die Schmerzintensität: Der Schmerz bei Spannungskopfschmerzen ist typischerweise leicht oder mäßig, der Schmerz beim Cluster-Kopfschmerz dagegen stark oder unerträglich.

Wenn Ihre Attacken folgende Merkmale haben:

  • Starke oder unerträgliche Schmerzen
  • Auf eine Kopfseite begrenzt (hinter dem Auge)
  • Stechender Schmerz statt des Gefühls, dass der Kopf zusammengedrückt wird oder unter Druck steht

dann leiden Sie wahrscheinlich nicht an Spannungskopfschmerzen, sondern haben möglicherweise Cluster-Kopfschmerzen. Machen Sie unser 2-Minuten-Quiz.

Nasen- oder zahnbedingte Schmerzen

Der Cluster-Kopfschmerz wird oft für ein Nasenproblem (z. B. eine Nasennebenhöhlenentzündung) oder ein Zahnproblem (z. B. Zahnschmerzen) gehalten, weil Attacken auf der schmerzenden Seite eine verstopfte oder laufende Nase verursachen können und weil der Schmerz in die oberen Zähne ausstrahlen kann. Die wichtigsten Unterschiede sind:

  • Dauer: Cluster-Attacken dauern 15 Minuten bis 3 Stunden und hören dann vollständig auf, während Nasen- oder Zahnschmerzen über Tage anhalten (mit gelegentlichen Schüben).
  • Schmerzcharakter: Nasenbedingte Schmerzen fühlen sich meist wie ein mäßiger Druck an, während der Schmerz beim Cluster-Kopfschmerz stechend und viel intensiver ist. Zahnbedingte Schmerzen konzentrieren sich auf die Zähne und verschlimmern sich oft beim Kauen oder durch Heißes und Kaltes.

Trigeminusneuralgie

Die Trigeminusneuralgie verursacht kurze, einseitige Schmerzblitze im Gesicht, die sich wie Stromschläge anfühlen. Wie beim Cluster-Kopfschmerz ist der Schmerz intensiv und immer einseitig, weshalb die beiden verwechselt werden können. Die wichtigsten Unterschiede sind:

  • Dauer: Die Schmerzblitze der Trigeminusneuralgie dauern von einem Sekundenbruchteil bis zu zwei Minuten, während eine Cluster-Kopfschmerz-Attacke 15 Minuten bis 3 Stunden dauert.
  • Schmerzaufbau: Die Schmerzblitze der Trigeminusneuralgie treten ohne Vorlauf auf, während sich der Schmerz beim Cluster-Kopfschmerz über Minuten aufbaut.
  • Auslöser: Die Schmerzblitze können durch Berühren des Gesichts ausgelöst werden: Schon ein Luftzug an der Wange kann einen auslösen. Cluster-Kopfschmerz-Attacken werden nicht durch Berührung ausgelöst.
  • Autonome Begleitsymptome: Ein gerötetes oder tränendes Auge oder eine laufende oder verstopfte Nase auf der schmerzenden Seite sprechen für Cluster-Kopfschmerz und treten bei der Trigeminusneuralgie typischerweise nicht auf.

Weitere trigeminoautonome Kopfschmerzerkrankungen

Der Cluster-Kopfschmerz gehört zur Erkrankungsgruppe der trigeminoautonomen Kopfschmerzerkrankungen (TAK), zu der auch die paroxysmale Hemikranie, die Hemicrania continua sowie SUNCT und SUNA zählen. Alle verursachen einseitige Schmerzen mit denselben autonomen Begleitsymptomen: einem geröteten oder tränenden Auge oder einer laufenden oder verstopften Nase auf der schmerzenden Seite. Die anderen TAK gelten als seltener als der Cluster-Kopfschmerz. Einige lassen sich mit einem bestimmten Entzündungshemmer (Indometacin) behandeln; deshalb lohnt es sich, sie von einer Neurologin oder einem Neurologen bestätigen oder ausschließen zu lassen.

ErkrankungSchmerzintensitätAttackendauerSpricht auf Indometacin an
Cluster-KopfschmerzStark oder unerträglich15 Minuten bis 3 StundenNein
Paroxysmale HemikranieStark2 bis 30 MinutenJa
Hemicrania continuaKontinuierlicher mäßiger Schmerz mit Schüben von mäßiger oder stärkerer IntensitätKontinuierlicher Schmerz über Monate, mit Stunden bis Tage dauernden SchübenJa
SUNCT / SUNAMäßig oder starkVon einer Sekunde bis 10 Minuten, eine Abfolge von SchmerzstichenNein

Paroxysmale Hemikranie

Die Attacken sehen aus wie Mini-Cluster-Kopfschmerz-Attacken: derselbe einseitige Schmerz hinter dem Auge oder an der Schläfe, dieselben autonomen Begleitsymptome wie beim Cluster-Kopfschmerz, aber kürzer (2 bis 30 Minuten) und häufiger (meist mehr als 5 pro Tag). Die paroxysmale Hemikranie lässt sich mit Indometacin behandeln.

Hemicrania continua

Die Hemicrania continua tritt nicht in Attacken auf. Sie ist ein kontinuierlicher einseitiger Hintergrundschmerz, der über Monate besteht, mit Schüben intensiveren Schmerzes. Die Hemicrania continua lässt sich mit Indometacin behandeln.

SUNCT / SUNA

SUNCT und SUNA verursachen beide einseitige Schmerzattacken, die von einer Sekunde bis etwa 10 Minuten dauern. Der Schmerz kommt als Abfolge kurzer Stiche. Er geht meist mit einem tränenden, geröteten Auge auf der schmerzenden Seite einher.

SUNCT steht für das englische short-lasting unilateral neuralgiform headache attacks with conjunctival injection and tearing, auf Deutsch etwa "kurzdauernde einseitige neuralgiforme Kopfschmerzattacken mit Bindehautrötung und Tränenfluss".

SUNA steht für das englische short-lasting unilateral neuralgiform headache attacks with cranial autonomic symptoms, auf Deutsch etwa "kurzdauernde einseitige neuralgiforme Kopfschmerzattacken mit kranialen autonomen Symptomen".

Was ist eine "Cluster-Migräne"?

Eine "Cluster-Migräne" gibt es nicht. Cluster-Kopfschmerz und Migräne sind zwei eigenständige, voneinander unabhängige Erkrankungen, und "Cluster-Migräne" ist kein anerkannter medizinischer Begriff, sondern lediglich eine Verwechslung der beiden Namen.

Sie können jedoch sowohl unter Cluster-Kopfschmerz als auch unter Migräne leiden. Da beide in der Regel unterschiedlich behandelt werden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Behandlungsmöglichkeiten, wenn beides auf Sie zutrifft.

References

  1. Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS) (2018). The International Classification of Headache Disorders, 3rd edition. Cephalalgia, 38(1), 1–211. doi:10.1177/0333102417738202
  2. Buture A, Boland JW, Dikomitis L, Huang C, Ahmed F (2020). Development and evaluation of a screening tool to aid the diagnosis of a cluster headache. Brain Sciences, 10(2), 77. doi:10.3390/brainsci10020077

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